PeerSharing: Ökobilanzierung

Ökobilanzierung

Die ökobilanzielle Betrachtung liefert die Quantifizierung von Umweltwirkungen ausgewählter Produkte (und Dienstleistungen), die in Peer-to-Peer Sharing Systemen geteilt werden und ermöglicht den sachlichen Vergleich mit Ergebnissen passender Alternativ-Szenarios. Durch diesen Vergleich können Aussagen bzgl. der ökologischen Vorteilhaftigkeit des Teilens der entsprechenden Produkte über online Plattformen gemacht werden.

Eine Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA) ist eine systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten (und Dienstleistungen) über deren gesamten Lebensweg. Die Modellierung des Lebensweges umfasst dabei die Produktion, Nutzung und Entsorgung eines Produktes („von der Wiege bis zur Bahre“). Darin inbegriffen sind auch Transporte, die Bereitstellung von Energie sowie von Hilfs- und Betriebsstoffen. Die betrachteten Umweltwirkungen resultieren aus Entnahmen aus der Umwelt (Energieträger und Rohstoffe) und sämtlichen Emissionen entlang des Lebenswegs. Die Auswertung folgender Umweltwirkungen ist vorgesehen: Klimawandel (Treibhauseffekt), Eutrophierungs- und Versauerungspotenzial, Feinstaubbelastung,  Rohstoff-, Energie- und Wasseraufwand.

Vorgehen: Unter Einbeziehung des Praxisnetzwerkes und der Ergebnisse vorangestellter Arbeitspakete werden für jedes Praxisbeispiel ein oder mehrere Produkte für die Ökobilanzierung ausgewählt, passende Vergleichs- und Alternativ-Szenarios festgelegt, bilanziert und verglichen. Durch Hochrechnungen werden die Ergebnisse in einen gesamt-wirtschaftlichen Kontext gestellt. Rebound-Effekte (direkt: z.B. höhere Nachfrage durch niedrigere Preise, indirekt: z.B. additiver Konsum) werden identifiziert und quantifiziert, ökologische Zielkonflikte werden diskutiert. Methodische Vorarbeiten bestehen zum Beispiel in der Betrachtung von Ebay (1) und anderen verwandten ökobilanziellen Arbeiten.

Es wird erwartet, dass sich aus der Ökobilanzierung für die geteilten Produkte (und Dienstleistungen) ökologische Vorteile im Vergleich zu nicht-geteilten Produkten ergeben. Nach Einbeziehung von Rebound-Effekten kann sich dieser Vorteil jedoch für einzelne Umweltwirkungen umkehren. Hier sollen richtungssichere Aussagen darüber getroffen werden, unter welchen Bedingungen das Motiv des nachhaltigen Wirtschaftens durch Peer-to-Peer Sharing Angebote Bestand hat.

(1) Behrendt (IZT) et al: Wiederverkaufskultur im Internet, Chancen für nachhaltigen Konsum am Beispiel von eBay, Springer Verlag 2011, ISBN 978-3-642-19370-5